RSI- Strategie DAX

RSI-Strategie DAX

RSI-Strategie

Mit sogenannten „technischen Indikatoren“ ist es an der Börse möglich, frühzeitig zu erkennen, ob ein Kurs fallen oder steigen wird. Angebot und Nachfrage oder das Geschehen am Markt beispielsweise bleiben hierfür völlig außen vor – es wird lediglich der Kurs einer Aktie anhand von Wahrscheinlichkeiten vorausgesagt. Dabei wurde festgestellt, dass sich das menschliche Verhalten in den vergangenen Jahren nie merklich verändert hat und sich die die Geschichte somit wieder stetig wiederholt.

Der RSI, Relative-Stärke-Index, von Welles Wilder gilt als einer der besten Prognose-Indikatoren an der Börse und nutzt ebenfalls die technischen Indikatoren, um die optimalen Kauf- oder Verkaufssignale geben zu können.

Die „innere Stärke“ eines Kurses

Beim RSI dreht sich alles um die „innere Stärke“ eines Kurses. Es wird zudem beobachtet, wie intensiv eine Kursbewegung ausfällt. Extreme Werte werden hierbei nicht berücksichtigt, weshalb der Indikator sich besser vergleichen lässt. Über 14 Tage hinweg werden die Kursschwankungen von Aktien beobachtet und hinsichtlich der Zeit in Relation gesetzt, um zu analysieren, ob stark übergekauft oder überverkauft wurde. Alle Auf- und Abwärtsbewegungen fließen in diesem Zeitraum mit ein.

Die Relative Stärke (RS) ergibt sich durch folgende Formel:

Durchschnittliche Kurse aus 14 Tagen mit steigenden Kursen

Durchschnittliche Kurse aus 14 Tagen mit fallenden Kursen

Die RS wird dann mit folgender Formel einer vergleichbaren Skala zugeordnet:

100

1+RS

Das Ergebnis daraus ist der oben genannte Relative-Stärke-Index (RSI), welcher zwischen 0 und 100 liegt. Liegt der RSI unter 50, wurde eine Aktie übergekauft, bei einem RSI über 50 überverkauft.

Den RSI auswerten

Wichtig für den RSI als Indikator ist die Nutzung zweier Signalwerte – RSI 30 und RSI 70. Ist der RSI höher als 70, ist es ein Signal, dass die Aktie deutlich übergekauft ist und der Kurs dadurch stark steigt. Anleger sollten in diesem Fall verkaufen, um keine Verluste durch eine mögliche Korrektur zu erleiden.

Im Gegensatz dazu wird bei einem RSI von unter 30 klar ein Signal zum Kaufen gegeben, da sehr viel verkauft wurde und der Kurs wieder steigen könnte. Diese zwei Signalwerte zeigen demnach, wann die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein Kurs fällt oder steigt.

Der RSI gibt diese Vorhersagen allerdings immer bereits zu einem Zeitpunkt ab, bei dem die Kursentwicklung sich noch nicht tatsächlich gezeigt hat. Das kann den Nachteil haben, dass Gewinn verschenkt wird, wenn verkauft wird und der Kurs doch noch einmal steigt. Trotzdem sichert der Anleger sein Kapital in Krisenzeiten.

KaufdatumVerkaufsdatumGewinn %Anfangswert € Endwert €
23.02.200929.11.201080,7520.000 36.150
15.08.201120.05.201351,5536.150 54.785
08.02.201627.03.201737,3054.785 75.220
19.11.201813.01.202020,8475.220 90.896
09.03.202006.04.202165,0190.896149.987

Den Relative-Stärke-Index verbessern

Sowohl der Beobachtungszeitraum, die Signalwerte als auch der Zeitpunkt des Kurses können jederzeit entsprechend dem Markt konfiguriert werden. Für den Dax als sehr volatilen und liquiden Markt wurde beispielsweise die Dax-RSI-Strategie entwickelt. Auch hier wird ein Beobachtungszeitraum von 14 Tagen gesetzt, in dem allerdings die Hoch-Kurse des Daxs herangezogen werden, da sie bessere Vorhersagen ermöglichen.

Für genauere Signale zum Kaufen oder Verkaufen wurden bei der DAX-RSI-Strategie die Signalwerte 30 und 75 Prozent definiert. Laut einer Rückrechnung von zwölf Jahren konnte so ein Plus von etwa 650 Prozent erzielt werden. Krisen hätten dabei vermieden werden können und stattdessen wären jährlich 54 Prozent Steigerung erzielt worden.