Dividenden Aristrokraten Strategie
Passives Einkommen durch Dividendenausschüttungen – ein Traum jedes Anlegers. Hätte man bereits in den 80ern beispielsweise in die Coca-Cola Aktie investiert, wäre man mittlerweile vielfacher Millionär. Diese Aktie gehört zu den sogenannten „Dividenden-Aristokraten“, da die Dividenden seit mittlerweile deutlich mehr als 20 Jahren stets gestiegen sind. Kann man auch heute noch von solchen Aktien profitieren?
Neue S&P-Studie
Laut einer Studie von S&P Global mit dem Titel „A Case for Dividend Growth Strategies“ darf ein Fehler nicht gemacht werden, wenn man als Anleger auf die Dividendenrendite setzt. Die Ausschüttungshöhe darf nicht die einzige wichtige Kennzahl sein. Stattdessen sollten unter anderem auch die Bilanz und das Geschäftsmodell wichtige Anhaltspunkte sein.
In der genannten Studie wurden drei Indizes über einen langen Zeitraum hinweg untersucht: Der S&P-High-Yield-Dividend-Aristocrats- Index, der S&P-Composite-1500-Index und der S&P-500-High-Dividend-Index. Diese drei Aristokraten haben auffälligerweise durchschnittlich den geringsten Verschuldungsgrad, während die meisten Unternehmen mit hohen Dividendenrenditen besonders in den vergangenen fünf Jahren eher sinkende Gewinne verzeichneten. Besonders im Jahr 2020 während der Corona-Pandemie zahlten beispielsweise 36 Prozent der Unternehmen im S&P-500-High-Dividend-Index geringere Dividenden aus. Bei den Dividenden-Aristokraten gab es nur 7,2 Prozent, welche die Auszahlungen kürzten.
Krisenvorbereitung
Das zeigt, dass starke Bilanzen und Rücklagen sowie ein gutes Geschäftsmodell bei den „royalen“ Aktien dafür sorgen, dass die Dividendenrendite im besten Fall über Jahrzehnte hinweg konstant erhöht werden kann. Diese Annahme wird von einer Studie der Research-Agentur Ned Davis Research untermauert, bei der Aktien untersucht wurden, deren Dividenden zwischen 1972 und 2017 dauerhaft stiegen. Es zeigte sich, dass deren Kurse in diesem Zeitraum deutlich weniger Schwankungen unterlagen als andere Aktien. Auch die S&P-Studie liefert ähnliche Ergebnisse – in allen möglichen untersuchten Zeiträumen waren die Aristokraten in der Gesamtbetrachtung stabiler als der Markt. Das war auch in vergangenen, besonders kritischen Phasen der Fall, in denen sie immer besser performten als der Gesamtmarkt. Seit 1999 gab es beispielsweise 15 Monate, in denen der US-amerikanische Aktienmarkt am schlechtesten performte und durchschnittlich 9,6 Prozent verlor, die Aristokraten aber im Schnitt dennoch lediglich 7,6 Prozent einbüßten. Kam es in einem Monat zu einer Zunahme des Volatilitäts-Index von 40 Prozent, verzeichneten die Aristokraten mit 0,45 Prozentpunkten eine Überrendite.



Hätte man laut einer Studie des Guinness Atkinson Asset Manager die Dividenden aus einem S&P-500-ETFs reinvestiert und drei Jahre gehalten, würden diese einen Anteil von 38 Prozent des gesamten Ertrags ausmachen. Nach 20 Jahren wären es schon 60 Prozent. Vor allem in Krisen dienen Dividenden stets als Puffer und haben sich mehrfach bewiesen.
Demnach lohnt es sich, nicht nur auf hohe Dividendenrenditen, sondern vor allem auf Dividenden-Wachstumswerte zu setzen, unter welchen sich auch einige Growth-Aktien finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass in Bullenmärkten besser performed werden kann, ist so viel höher. Selbstverständlich ist damit auch eine bedeutend bessere Diversifikation in den Depots gegeben.

Regionale Unterschiede
Da sich diese Studienergebnisse natürlich auf die USA beziehen, stellt sich nun die Frage, wie dieses Phänomen auf den Rest der Welt übertragen werden kann. Laut den Experten ist eine solche Dividendenstrategie auf einigen anderen Märkten aufgrund von hohen Renditen, schnellem Wachstum und einer starken Überperformance sogar noch besser umsetzbar. Denn Dividenden-Aristokraten aus Europa kommen durchschnittlich sogar auf 3,3 Prozent Rendite, während die amerikanischen nur 2,9 Prozent liefern. Schauen wir nach Asien, liegt sie sogar bei 3,7 Prozent. Allerdings liegt dies auch daran, dass in der Euro-Zone der Aristokraten-Status bereits nach zehn Jahren und in Asien nach sieben Jahren konstanter Steigerung der Dividenden erreicht wird. Auch das Wachstum der „royalen“ Aktien war in Europa mit durchschnittlich 1,9 Prozent in den letzten fünf Jahren sehr viel geringer als in den USA mit jährlich etwa 10 Prozent. Japan verzeichnet hingegen ein Wachstum von 13,7 Prozent. Die regionalen Unterschiede sollten demnach im Detail betrachtet werden, bevor zu eilig Schlüsse gezogen werden. Alles in allem das konstante Wachstum von Dividenden jedoch für einen langfristigen Vermögensaufbau besonders gut geeignet.
| Thema | Name | Kosten (TER % ) |
| USA | SPDR S&P US Dividend Aristrocats | 0,35 |
| weltweit | SPDR S&P Global Dividend Aristrocats | 0,45 |
| Schwellenländer | SPDR S&P Emerging Markets Dividend Aristrocats | 0,55 |
| Euro-Zone | SPDR S&P Euro Dividend Aristrocats | 0,30 |
| Asien-Pazifik | SPDR S&P Asia Dividend Aristrocats | 0,55 |
| Großbritannien | SPDR S&P UK Dividend Aristrocats | 0,30 |